Immobilienmarkt

Wohneigentum verteuert sich weiter: Was die neuen BFS-Zahlen für Verkäufer bedeuten

Die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen sind in der Schweiz erneut gestiegen. Gemäss den am 27. Oktober veröffentlichten Zahlen des Bundesamtes für Statistik erhöhte sich der Schweizerische Wohnimmobilienpreisindex im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um 1,7 Prozent. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal beträgt der Anstieg 4,4 Prozent.

Wohneigentum insgesamt+1,7 %gegenüber dem Vorquartal
Einfamilienhäuser+2,1 %gegenüber dem Vorquartal
Eigentumswohnungen+1,3 %gegenüber dem Vorquartal

Für Eigentümer mit Verkaufsabsichten ist das ein wichtiger Hinweis auf das Marktumfeld. Eine automatische Wertsteigerung im gleichen Umfang für jedes einzelne Haus oder jede Wohnung lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

1. Einfamilienhäuser legen stärker zu als Eigentumswohnungen

Die neue Auswertung zeigt Unterschiede zwischen den beiden Objektarten:

ObjektartPreisveränderung gegenüber dem Vorquartal
Einfamilienhäuser+2,1 %
Eigentumswohnungen+1,3 %
Wohneigentum insgesamt+1,7 %

Auch zwischen den Gemeindetypen verlief die Entwicklung unterschiedlich. Den stärksten Anstieg verzeichnete das BFS in städtischen Gemeinden einer kleinen oder ausserhalb einer Agglomeration mit 3,4 Prozent. In intermediären Gemeinden fiel das Plus mit 0,6 Prozent geringer aus. Die Kategorien beschreiben Gemeindetypen; sie sind keine kantonalen Preisprognosen.

2. Was der Index tatsächlich misst

Der Wohnimmobilienpreisindex bildet die Entwicklung von tatsächlich bezahlten Kaufpreisen für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen ab. Er beschreibt damit etwas anderes als die Preisvorstellungen in öffentlichen Inseraten.

Weil die gehandelten Objekte von Quartal zu Quartal unterschiedliche Eigenschaften haben, bereinigt das BFS die Daten um Qualitätsunterschiede. Dafür werden unter anderem Merkmale der Immobilien und ihrer Lage berücksichtigt. So soll die Preisentwicklung möglichst unabhängig davon erkennbar werden, ob beispielsweise gerade grössere oder besser gelegene Objekte verkauft wurden.

Der Index ist deshalb eine Orientierung für den Gesamtmarkt. Er ersetzt keine Bewertung einer konkreten Liegenschaft und sagt nicht voraus, welchen Preis Sie bei einem heutigen Verkauf erzielen werden.

3. Was bedeutet die Meldung für Ihren Verkauf?

Unsere Einordnung: Wer seine Verkaufsplanung auf eine ältere Bewertung stützt, sollte diese mit den heutigen Marktbedingungen abgleichen lassen.

Dabei sind drei Ebenen zu unterscheiden:

Das nationale Marktumfeld: Die neue Statistik zeigt eine positive Preisentwicklung im betrachteten Quartal.

Der Markt für vergleichbare Objekte: Für Ihre Immobilie ist entscheidend, welche Alternativen Interessenten am Standort und im entsprechenden Preissegment haben.

Die Eigenschaften Ihrer Liegenschaft: Zustand, Grundriss, Grundstück, rechtliche Rahmenbedingungen und absehbare Investitionen müssen in die Einschätzung einfliessen.

Eine ältere Schätzung einfach um 1,7 oder 4,4 Prozent zu erhöhen, wäre deshalb keine belastbare Methode. Ebenso wenig rechtfertigt die nationale Entwicklung allein einen höheren Angebotspreis bei einem Objekt, das bereits länger ohne passende Nachfrage inseriert ist.

4. Sollten Eigentümer jetzt verkaufen oder noch warten?

Die Quartalszahlen liefern dafür keine allgemeingültige Antwort. Sie beschreiben die vergangene Entwicklung und sind keine Zusage für weitere Preissteigerungen.

Unsere Empfehlung: Beginnen Sie bei Ihrem persönlichen Ziel. Steht ein Umzug an? Möchten Sie Wohnfläche reduzieren? Planen Sie den Kauf einer anderen Immobilie? Der passende Verkaufszeitpunkt ergibt sich aus diesen Bedürfnissen und den konkreten Möglichkeiten Ihres Objekts.

Wer nach dem Verkauf erneut Wohneigentum erwerben möchte, sollte zudem beide Seiten gemeinsam betrachten: Ein höherer Verkaufserlös kann einem ebenfalls höheren Kaufpreis für das nächste Zuhause gegenüberstehen.

5. Was Sie jetzt sinnvoll prüfen können

Für eine Standortbestimmung reichen zunächst einige gezielte Fragen:

  • Von wann stammt die letzte Bewertung Ihrer Immobilie?
  • Welche vergleichbaren Objekte werden aktuell angeboten?
  • Welche Rückmeldungen geben ernsthafte Interessenten zu Preis und Zustand?
  • Welche Investitionen könnten Käufer in ihre Rechnung einbeziehen?
  • Wie passen Verkaufszeitpunkt, Übergabe und Ihre nächste Wohnlösung zusammen?

Wie aus diesen Informationen eine fundierte Preiseinschätzung entsteht, erläutert unser Ratgeber Was ist meine Immobilie wert?.

Die neuen Zahlen sind ein Anlass, die Verkaufsplanung zu überprüfen. Entscheidend bleibt eine nachvollziehbare Einschätzung Ihrer Immobilie im passenden Marktsegment.

wohneigentum24 unterstützt Sie dabei, Marktwert, Angebotspreis und Verkaufsablauf aufeinander abzustimmen.

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Quellen und Datenstand

Stand und Quellenabruf: 2. November 2026. Die Zahlen beschreiben das dritte Quartal 2026. Die Empfehlungen zur Verkaufsplanung sind unsere Einordnung und keine Preisprognose.

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